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LWL Beschlussvorlage

Kinder mit Behinderung in Kitas/Inklusion

(LWL Drucksache 13/1195)
 
Am 19. Dezbemer 2012 tagte der Landesjugendhilfeausschuss des LWL in Münster und hatte dabei auch über eine Beschlussvorlage zum Thema 'Kinder mit Behinderung in Kitas/Inklusion' und eine Zielvereinbarung zu entscheiden, die dem Ausschuss durch das zuständige Landesjugendamt vorgelegt wurden. Die Beschlussvorlage enthält eine aktuelle Standortbestimmung aus Sicht des Landesjugendamtes und zeigt dessen Intentionen für die Weiterentwicklung des Prozesses auf. In Anknüpfung an unseren  in den letzten Jahren gepflegten, fachlich orientierten Austausch haben wir mit Datum vom 12. Feburar 2013 Herrn Landesrat Meyer (Landesjugendamt) und nachrichtlich Frau Steininger-Bludau (Vorsitzende des Landesjugendhilfeausschusses) eine Stellungnahme zu einigen Punkten der o.g. Beschlussvorlage zugesandt.

Da das Thema viel Diskussionsstoff bietet, haben Sie hier auch die Möglichkeit, einen Kommentar abzugeben bzw. zu lesen, wie andere Kolleginnen und Kollegen dazu denken.

 


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Jörg Kempfer hat geschrieben:
Sonntag, 22 September 2013, 12:24
Darf man noch historisch denken?
Die heilpädagogischen Kitas sind in den 70er Jahren gegründet worden, um eine Integration zu erreichen. Nimmt man die sprachheilpädagogischen Kitas zusammen mit den ersten 3 Schuljahren der Förderschule Sprache, so ist das Integrationsergebnis nicht so schlecht.
Wenn Inklusion nicht eine Bevormundung der Bürger (Eltern) sein soll, so muss es die Möglichkeit geben, Eltern die Nutzung der Integrations-Elemente der heilpädagogischen Kitas im Rahmen der Nicht-Segregation zu ermöglichen. Ich sehe nicht, dass aus dem LWL eine entsprechende Aktivität entstanden ist. Wo sind die Transformationsmodelle - mit personellen und finanziellen Ressourcen ausgestattet? Das Gutachten Kron jedenfalls hat doch deutlich gemacht: die behinderungs-spezifische Unterstützung ihrer Kinder durch Experten ist von den Eltern gewünscht und wird an der Integrationspraxis kritisiert. Das überliest der LWL geflissentlich.
Kann es sein, dass der LWL seit 1981 Therapeuten bezahlt - und nun nicht weiss, was Therapie ist? Nicht weiss, dass es die Implementierung von Therapie in das Alltagserleben der Kinder mit Handicap ist, das sowohl für Kinder, wie Eltern, wie Therapeuten DAS fortschrittliche Element war + ist? Die anvisierte Auflösung von Therapie in Gruppenförderung zeigt wie wenig der LWL seine Experten zur Kenntnis genommen hat. (Natürlich können Therapeuten und sollten sie auch Gruppenförderung machen.) Ich denke der Punkt 3.2.i ist ein Schritt in Richtung Kostensenkung, heraus aus dem teilstationären Setting - letztendlich bucht hier Inklusion als Kostensenkung und Kostenverchiebung.
Welch ein verlogenes Weltbild schleicht doch hier hinterrücks ein: "Orientierung an den Ressourcen und der Persönlichkeit"!
Wer sich an der Vielfalt des Andersseins von Subjekten orientiert - und dem vielfältigen Zugriff auf Welt Rechnung trägt: der schafft nicht Kitas mit mehr als 15 Kindern. Heute noch weniger als vor 30 Jahren, als die ÖTV Kitagruppen von 15 Kindern forderte.
Wer heute in der Lage ist die neuro-psych-soziale Wirklichkeit in die Lebenswelt von Kindern in Kitas zu übertragen, kommt zu anderen Inklusionsmodellen als es der LWL kurz gedacht verbrät!

J. Kempfer